Gesundheit

Alternativen zur Darmspiegelung

Juli 25, 2011   ·   0 Kommentare

arzt_handschuh

Leider wird die Möglichkeit der Darmkrebs-Prävention in vielen Fällen nicht wahrgenommen, da die Darmspiegelung als unangenehm empfunden wird: Nur jede dritte Frau und jeder sechste Mann ab 50 nutzen diese Chance.

Inzwischen gibt es Methoden, die man erst einmal nutzen kann, bevor man sich einer aufwändigen Darmspiegelung unterzieht: Mit verschiedenen molekularbiologischen Methoden können z. B. Bruchstücke von Krebszellen oder DNA mit krebstypischen Veränderungen im Stuhl oder Marker im Blut nachgewiesen werden.

Erst wenn diese Tests positiv ausfallen, wird zur weiteren Diagnose oder zur Behandlung eine Koloskopie vorgenommen.

HaemOccult-Test
In Deutschland bieten die Krankenkassen allen Versicherten ab 50 einen Test auf verborgenes Blut im Stuhl an, der Hinweise auf Vorstufen von Darmkrebs geben kann. Allerdings ist der HaemOccult-Test wenig empfindlich, das heißt, er erkennt bei weitem nicht alle Erkrankungen. Forscher fanden heraus, dass immunologische Tests dem HaemOccult-Verfahren eindeutig überlegen sind, was das Aufspüren von Krebsvorstufen betrifft.

Septin9-Test: Blutuntersuchung bestimmt DNA-Marker
10 ml Blut genügen, um festzustellen, ob ein Darmtumor DNA in den Blutkreislauf abgegeben hat – und dies tut er schon in einem frühen Stadium: Der so genannte Biomarker mSEPT9 kann durch einen einfachen Bluttest der Epigenomics AG nachgewiesen werden. Doch eine endgültige Diagnose kann dadurch nicht erstellt werden:

Bei 10% der Patienten wird fälschlicherweise ein Marker angezeigt, und insgesamt liegt die Sensitivität des Tests bei 70% – das heißt, nur jeder siebte Tumor wird erkannt. Dennoch bestätigen klinische Studien den Septin 9-Test für eine attraktive Alternative zur Koloskopie – vor allem für Risiko- Patienten, die diese (erst einmal) vermeiden wollen.

Ein Bluttest könnte die Akzeptanz einer Darmkrebs-Früherkennung steigern, da er patientenfreundlicher ist. Bei einem postiven Ergebnis ist eine Darmspiegelung zur weiteren Diagnose unabdingbar, bei einem negativen Ergebnis sollte bei Risikopatienten nach 2 Jahren eine weitere Vorsorge-Untersuchung durchgeführt werden.

Stuhlbasiertes DNA-Screening: „Colorectal Cancer Screening Test“
Der Screening-Test der amerikanischen Firma Exact Sciences untersucht Stuhlproben auf veränderte DNA und kann so kanzerogene Veränderungen feststellen. Auch hier ist bei ienem positiven Befund eine anschließende Darmspiegelung unausweichlich.

Quellen:
New York Times, 29.10.2010
www.krebsinformationsdienst.de
Deutsches Krebsforschungszentrum (www.dkfz.de)
www.epigenomics.com
www.exactsciences.com

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