Gesundheit

Prostatakrebs – Wege aus der Diagnostikfalle

August 3, 2011   ·   1 Kommentar

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Bei mehr als 58.000 Männern pro Jahr wird in Deutschland ein Prostatakarzinom (PCa) diagnostiziert.

11.000 sterben jährlich daran. Damit erweist sich das PCa als die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache bei Männern nach Lungenkrebs. Doch: Nur jeder sechste Mann geht in Deutschland zur Krebsvorsorge!

Dabei lässt sich das Prostatakarzinom in über 80% der Fälle bei frühzeitiger Erkennung erfolgreich behandeln.

Der laut Leitlinie angezeigte und vielfach hochgelobte PSA-Wert als Marker für das PCa steht immer mehr in der Kritik, da er zu unspezifisch ist. Er unterscheidet keineswegs zwischen einem gutartigen Prozess und einem bösartigen Tumor. Das führt in vielen Fällen zu Überdiagnostik und Übertherapie.

Ergebnis: Eine Vielzahl gesunder Männer wird aufgrund eines unbewiesenen Krebsverdachts über viele Jahre unnötigen Biopsien ausgesetzt, in deren Verlauf per Stanze ein möglicher Tumor erst einmal getroffen werden muss um einen Krebsverdacht zu erhärten.

Dr. Konrad Schüttler hat sich ausgiebig mit Diagnoseverfahren auseinandergesetzt, die dabei helfen können, eine (wiederholte) Biopsie zu vermeiden. Der Ratgeber ist einerseits ein Erfahrungsbericht, andererseits eröffnen sich aus der eigenen Erfahrung des Autors neue und teilweise sogar nicht-invasive Wege in der Diagnostik des Prostatakarzinoms, die mehr Sicherheit bieten als der vielfach hochgelobte und dabei doch so unspezifische PSA-Test zu geben vermag.

Erstmals erhalten Betroffene und Ärzte neben der umfassenden Information auch eine objektive Bewertung zu Sensitivität und Spezifität der einzelnen Diagnoseverfahren.

Doch der Ratgeber geht noch darüber hinaus: Es gibt bereits seit Jahren eine wirksame medikamentöse Prophylaxe. Warum aber wird sie den Patienten verschwiegen?

Dr. Konrad Schüttler
Prostatakrebs – Wege aus der Diagnostikfalle
Deutscher Medizin Verlag, Münster 2011
64 Seiten, broschiert, 12,50€

ISBN: 978-3-936525-63-2

Mehr zur dmv Ratgeberreihe erfahren Sie unter: www.dmv-direkt.de

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Kommentare (1)

  1. Dr. Sigrid Jäger says:

    Die komplexen wissenschaftlichen Fakten sind verständlich erklärt und auf das Wesentliche beschränkt. Die Unterteilung in “wissenschaftlicher Hintergrund” und “persönliche Erfahrung” ist klug gewählt. So werden sachliche und emotionale Aussagen nicht miteinander vermischt. Es ist verständlicher und im Lesen durch den Kontrast interessanter und kurzweiliger. Der Erfahrungsbericht benennt ehrlich die wechselnden Gefühlslagen, die bei Diagnoseunklarheit auftreten. Die im Gesamttext enthaltene Prise Humor passt genau.