Gesundheit

Verlängert Langeweile das Leben?

Januar 31, 2012   ·   0 Kommentare

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Laut einer Studie zweier amerikanischer Forscher (Howard Friedman und Leslie Martin) haben Menschen mit einem ruhigen, geregelten Lebenswandel eine wesentlich längere Lebenserwartung als umtriebige, wechselhafte Chaoten.

Diese These würde vielleicht gar nicht einmal so sehr verwundern, wäre sie nicht durch den Beweis unterstrichen worden, dass auch Sport und gesunde Ernährung keinen so großen Einfluss auf eine lange Lebenserwartung haben, wie ein ruhiger, disziplinierter Lebensfluss.

Entgegen der allgemeinen Vermutung verlängert also weder gesundheitsfördernder Sport noch eine optimistische Lebenseinstellung unser Leben.

Wer länger leben will, der sollte es in seinem Leben etwas ruhiger angehen lassen, regelmäßige Spaziergänge machen und dabei Kontinuität und vor allem Pflichtbewusstsein in der Lebensweise zum höchsten Gut ernennen.

Friedmann und Martin basieren auf einer Studie, die bereits 1921 in den USA ihren Anfang nahm und die Lebensumstände und Lebensläufe von etwa 1500 Amerikanern in einer Langzeitstudie unter die Lupe nimmt. Hierbei wurden vor allem die Lebensläufe besonders intelligenter Menschen mit einem IQ von über 135 miteinander verglichen.

Das Ergebnis fällt für geniale Chaoten sehr ernüchternd aus: die fleißigen, gemütlichen, immer tätigen Disziplinierten, die in ihrem Lebenswandel alle preußischen Tugenden miteinander vereinen, leben eindeutig länger, als die spontanen und launenhaften Chaoten.

Sparsamkeit mit den eigenen Ressourcen, Beharrlichkeit in der eigenen Lebensführung und Disziplin verlängern das Leben. Ein vegetarischer, sportlich-athletischer aber unzuverlässiger “Hansdamf in allen Gassen” hat also statistisch gesehen eine kürzere Lebenerwartung als sein disziplinierter, etwas rundlicher Nachbar, der sich mit schnöder Regelmäßigkeit zu seinem langweiligen Dienst einfindet.

Die Gründe dafür finden Friedmann und Martin in einer Reihe von Folgen, die sich aus der disziplinierten Lebensweise ableiten. Pflichtbewusste gehen weniger Risiken ein, planen gewissenhafter, gehen längere und ruhigere Beziehungen ein und planen sorgsamer ihr Leben.

Dass also Stress und eine ständigen Schwankungen ausgesetztes langweilige Lebensweise nicht gerade gesundheitsschädlich sind, haben wir geahnt.

Dass aber langweilige Tugenden wie Pflichtbewusstsein und Zielstrebigkeit unser Leben verlängern, ist bemerkenswert.

BIld: iStock – © drbimages

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