Frühstück – Energie für den Tag oder ungesunder Dickmacher?

Als Kinder haben wir gelernt:„Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages!

Und wer möchte morgens schon auf Kaffee und Brötchen verzichten? Schließlich soll das Frühstück uns genug Energie geben, um fit in den Tag zu starten, oder?

Der britische Forscher Terence Kealey behauptet jetzt etwas ganz anderes. In seinem Buch „Breakfast is a dangerous meal“ (zu deutsch: „Frühstück ist eine gefährliche Mahlzeit“) behauptet er, dass das morgendliche Essen krank und dick mache.
Kealey will sogar erreichen, dass Frühstücken​ in wenigen Jahren genauso geächtet ist wie Rauchen.

Der Brite, der an Diabetes leidet, gibt als Grund für seine Behauptungen an, dass er bei sich selbst nach dem Frühstück immer einen gefährlich starken Blutzuckeranstieg beobachten konnte. Verzichtete er hingegen auf die frühe Mahlzeit, war der Anstieg des Blutzuckerspiegels beim Mittagessen deutlich geringer.
Alleine das Frühstück soll gravierende Auswirkungen haben und zu Diabetes, Bluthochdruck und Fettleibigkeit führen.

Ernährungswissenschaftler sehen das Ganze recht kritisch. Zum einen gab Terence Kealey an, zum Frühstück Weißmehlprodukte und süßen Aufstrich gegessen zu haben, was den starken Blutzuckeranstieg erklären würde. Dieser ist grade bei Diabetikern nicht ungefährlich. Aber auch bei gesunden Menschen ist der starke Anstieg ungünstig.

Eine Insulinausschüttung führt bei diesen zu einem ebenso starken Abfall des Blutzuckers. Das sorgt dafür, dass die Energie aus dem Zucker als Körperfett gespeichert wird und dann zu schnellem erneuten Hunger führt.

Zum anderen ist jeder Mensch vom Stoffwechsel unterschiedlich. Die einen verwerten Kohlenhydrate besser, die anderen fahren besser, wenn sie ihre Energie aus Fetten beziehen.

Letztendlich kann man deshalb nicht von den Beobachtungen einer einzelnen Person an sich selbst auf alle anderen Menschen schließen.

Experten raten deshalb eher dazu, darauf zu achten, was und wie viel man isst, anstatt zu welcher Uhrzeit.
Ein Frühstück kann durchaus gesund sein, wenn man es gesund gestaltet. Das erreicht man z.B. indem man Vollkornprodukte zu sich nimmt, statt Weißmehlgebäck. Vollkorn enthält viele Ballaststoffe.

Diese machen länger satt und verhindern einen schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels. Kombiniert mit ein paar Früchten, etwas Rohkost oder leichten Milchprodukten ist dies ein viel gesünderes und kalorienärmeres Frühstück.
Und eigentlich sagt einem doch auch der gesunde Menschenverstand, dass Müsli mit Obst gesünder ist als Brötchen mit Marmelade.

Deshalb ist es so wichtig, dass Menschen auf ihren Bauch hören. Wem nach dem Frühstück häufig schlecht ist, der kann es auch getrost weglassen​ und muss sich nicht zwingen. Aber wer sich ohne Frühstück kraftlos fühlt, der sollte sich von Terence Kealey nicht verunsichern lassen. Hauptsache gesund!

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